Die integrierte Unternehmensplanung

In der Theorie wird unter einer Ertragsplanung die rechnerische, zukunftsorientierte Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung unter Berücksichtigung aller geplanten Erlöse und Aufwendungen in einem bestimmten Zeitraum verstanden. In der Praxis wird der Wert von fundierten Planungsrechnungen oftmals unterschätzt oder vom Unternehmer nicht erkannt.

 

Neben dem offensichtlichen Zweck, zukünftige Periodenergebnisse und Liquiditätsentwicklung abzubilden, bietet die integrierte Ertrags- und Liquiditätsplanung dem Unternehmen jedoch vielfältigen Nutzen: Eine Planungsrechnung kann dem Unternehmer als Entscheidungshilfe dienen. Die Auswirkungen von Investitionen, strategischen oder operativen Entscheidungen auf zukünftige Erträge und Liquidität des Unternehmens lassen sich in verschiedenen Szenarien darstellen und vergleichen.

 

 

Neben der Frage, ob eine unternehmerische Entscheidung sinnvoll ist, kann eine Planungsrechnung darüber hinaus hierbei auch die Frage beantworten, wann sich die Umsetzung empfiehlt. Zusätzlich kann eine Planungsrechnung auch Kontrollaufgaben erfüllen. Im Rahmen eines Soll-Ist-Vergleichs (Vergleich der laufenden Ertrags- und Liquiditätsentwicklung mit den ursprünglichen Planannahmen) lassen sich beispielsweise Kostenüberschreitungen, Umsatzrückgänge oder ähnliches frühzeitig erkennen. Dem Unternehmen bleibt somit mehr Zeit auf unerwartete Entwicklungen zu reagieren.


Nicht zuletzt dient eine fundierte Planungsrechnung auch oftmals als Entscheidungshilfe potenzieller Investoren oder Kreditgeber.
In der Summe der Vorteile ist eine dynamische, d.h. laufend den aktuellen Gegebenheiten angepasste, Planungsrechnung für das Unternehmen von unschätzbarem Wert.


Dennoch zeigt unsere Erfahrung, dass in vielen Unternehmen keine solchen Planungen existieren. Neben der Tatsache, dass viele Unternehmer den Nutzen nicht erkennen, fehlen insbesondere in kleinen Unternehmen oftmals das Know-how oder schlicht die Ressourcen im kaufmännischen Bereich um eine Planung im angemessenen Umfang und in der erforderlichen Präzision erstellen zu können. In diesem Fall können professionelle Berater helfen.


Der Berater wird sich hierbei zunächst einen Überblick über die Unternehmenshistorie verschaffen. Die Daten der Vorperioden und die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden in der Regel das Fundament für die Planung. Gemeinsam mit dem Unternehmer werden nun die Annahmen (Planungsprämissen) definiert. Hierbei ist der Zweck einer Planung im Auge zu behalten: Eine Planung, die in erster Linie als Zielvorgabe (Best Case) dient, wird hierbei zwangsläufig von anderen Annahmen ausgehen als eine Planung, die primär der Beurteilung von Risiken (Worst Case) dient.


Die Wirkungen der einzelnen Planannahmen auf Ertrag und Liquidität werden schlussendlich in der Planung abgebildet. Eine gute Planung ist dabei so aufgebaut, dass eine Anpassung an neue Informationen oder geänderte Annahmen ohne großen Aufwand möglich ist. Die Erstellung einer solchen Planungsrechnung durch einen professionellen Berater oder mit dessen Unterstützung empfiehlt sich für jedes Unternehmen.

 

Die Tätigkeit des Beraters muss hierbei kein Vermögen kosten. Zudem wird in der Regel der Informationsgewinn zur Realisierung von Optimierungspotenzialen beitragen, so dass auch aus monetärer Sicht der Nutzen üblicherweise die Kosten in kurzer Zeit amortisiert.

Dipl.-Kfm. Bastian Brügesch
Helmerichs Business Consulting

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